Donnerstag, 28. Juli 2016

Immer wichtiger für den Geschäftserfolg: Das Wissen über Kunden

Am 24.07.2016 waren Die PRO:FIT.MACHER Teil des messebegleitenden Workshop-Programms auf der Kids Now 2016. Am Workshop „Wissen über Kunden managen – welche Rolle spielen Soft Facts?“ haben interessierte Inhaber von Kindermodeläden und Online-Shops sowie Mitarbeiter der Händler/Hersteller teilgenommen.

Der Workshop verlief sehr lebhaft. Schnell war das Eis gebrochen und die Teilnehmer brachten sich mit den Herausforderungen, mit denen sie täglich konfrontiert werden, ins Gespräch ein. Weil wir im Verlauf des Workshops so typische Reaktionen der Teilnehmer erfahren haben, möchten wir darüber in einem zweigeteilten Post berichten: Zuerst ein kurzer Bericht über den (inhaltlichen) Verlauf des Workshops. Abschließend reflektieren wir unser Workshop-Erlebnis hinsichtlich der Funktion für die Unternehmensentwicklung (Kundenfokussierung / Digitalisierung) bei KMU.


Der Workshop „Wissen über Kunden managen – welche Rolle spielen Soft Facts?“


Gleich zu Beginn stand die Frage im Raum: „Was verstehen Sie unter Kundenwissen?“ Es zeigte sich sehr schnell die Breite des Themas. Erste nachdenkliche Falten auf der Stirn deuteten auf die unausgesprochene Frage hin „was muss ich über meinen Kunden zur Verbesserung des Geschäftserfolgs wissen?“ Zur Klärung trug eine engagierte Diskussion bei und die Erkenntnis, dass dies von der jeweiligen Situation und den angestrebten Zielen abhängt. Neben der Sortimentsgestaltung wurde als zweiter großer Komplex die gesamte Vermarktung des eigenen Produktangebots genannt. Beispielhaft wurden den TeilnehmerInnen für ihre spezifische Situation Lösungsansätze aufgezeigt.

Schnell zeigte sich im Workshop, dass für die Unternehmen der TeilnehmerInnen die weichen Faktoren für den erfolgreichen Einsatz des Kundenwissens eine Schlüsselrolle einnehmen und die Ausprägung der Soft Facts sehr stark von den handelnden Personen abhängt. Daraus resultiert die Erkenntnis, dass bei alle Aktivitäten zum Kundenwissen zwingend die Mitarbeiter eingebunden werden müssen (Kommunikation, Personalentwicklung).

Last but not least drehte sich im Workshop alles darum, wie das Kundenwissen die Positionierung im Markt unterstützt und wie verkaufsfördernd aus dem Wissen über Kunden heraus die Kommunikation mit den Kunden gestaltet werden kann. Dabei kam auch Ideen zur Entwicklung neuer Services für die Kunden sowie die Vernetzung von Angeboten bzw. der Aufbau von bedarfsorientierten Plattformen zur Sprache. Besonderes Augenmerk legten die TeilnehmerInnen auf ihre Beratungsstärke im direkten Kontakt mit den Kunden. Die PRO:FIT.MACHER gaben hierzu fachliche Impulse und regten mit Beispielen aus der Praxis die Kreativität der Teilnehmer an.

Jede Teilnehmerin nahm einen bunten Strauß an Anregungen zur Entwicklung ihres Unternehmens mit nach Hause und die Gewissheit, dass jeder in der Lage ist, mit relativ geringem Aufwand spürbare Wirkung zu erzielen. „Das war super spannend. So habe ich noch nicht über mein Geschäft nachgedacht. Danke für die vielen, guten Anregungen“, war der Tenor zum Ende des Workshops. Während einige schon gedanklich die erste Umsetzung planten, fragten sich andere „Wie mach ich das bloß zusätzlich zu meiner „normalen“ Arbeit? Ursula Liphardt schmunzelte und hatte spontan eine Antwort parat: „Unterstützung gibt es bei den Experten für kundenfokussierte Unternehmensentwicklung.“

Die PRO:FIT.MACHER bedanken sich bei den Teilnehmern für einen spannenden, sehr kurzweiligen Workshop. Wenn Sie Fashion for Kids suchen, unsere Empfehlungen:
Galerieladen im Schwanhof
Peru Kids
Knit-Point
Rotzlöffel
Strampelwicht


Reflexion – Gedanken zum Workshop


Immer wieder zeigt sich, wie wichtig für die Entwicklung von Personen und Organisationen der Austausch mit Menschen ist. Besonders anregend wirkt dabei eine heterogene Zusammenstellung der Teilnehmer (hinsichtlich Branche, Funktion etc.), sofern alle motiviert sind, offen und engagiert am Thema mitzuarbeiten. Aus der Mischung der Teilnehmer ergibt sich oft eine ungeahnte Kreativität und ein erhebliches Innovationspotenzial.

Besonders in kleinen, inhabergeführten Unternehmen ist der Chef die treibende Kraft für den Unternehmenserfolg und letztendlich für alles verantwortlich. Da bleibt oft keine Zeit, systematisch die Entwicklung des Unternehmens zu planen, geschweige denn nebenbei umzusetzen. Auch die persönliche Entwicklung (Weiterbildung) kommt oft zu kurz. Gerade jetzt, wo die Digitalisierung mit schnellen Schritten voranschreitet, ist es wichtig zu verstehen, wie Geschäfte in einer digitalisierten Welt funktionieren.

In dieser Situation ist ein Workshop - wie der oben beschriebene - Gold wert. Er erfüllt mehrere Funktionen:
  1. Weiterbildung
    sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und dabei die eigene Situation einzubringen bzw. zu thematisieren erhöht den Lerntransfer in die Praxis
  2. Vertrauen
    der Austausch mit Menschen in gleicher Situation schafft ein Gefühl des Vertrauens – „wir sitzen alle im selben Boot“
  3. Innovation
    miteinander lernen – voneinander lernen, Ideen von anderen lassen sich mit den eigenen verknüpfen
  4. Sicherheit in der Entscheidungsfindung
    Meinung von Gleichgesinnten einholen, Geschäftsführer diskutieren auf Augenhöhe
  5. Fehlervermeidung
    von den Erfahrungen der anderen profitieren; ein Fehler muss nicht zweimal gemacht werden

Dienstag, 5. Juli 2016

Wie Ihre Vision vom digitalen Unternehmen entsteht

Im ersten Teil der Serie zum Aufbruch in die digitale Transformation habe ich aufgezeigt, wie alles darauf hindeutet, dass die Digitalisierung zu einer gravierenden Umwälzung unseres gesellschaftlichen Miteinanders führen wird. Alle werden von der Digitalisierung erfasst werden, auch die Unternehmen, und niemand wird sich dieser Veränderung entziehen können. Daher ist es für Unternehmer jetzt an der Zeit, rechtzeitig die Weichen auf Digitalisierung zu stellen. Zunächst gilt es zu verstehen, wie weitreichend der Einfluss der Digitalisierung auf das Unternehmen ist. Weiter ist das Vorstellungsvermögen zu aktivieren, das eigene Geschäftsmodell in Verbindung mit all den digitalen Möglichkeiten zu reflektieren. Letztendlich müssen Führungskräfte und Mitarbeiter für den Weg in die Digitalisierung gewonnen werden. Scheint einfach zu sein, aber der Mensch entwickelt eine gewisse Trägheit, wenn es darum geht, das Bekannte (und Sicherheit gebende) zu verlassen. Wie der Start in die digitale Transformation gelingt, wird im zweiten Teil der Serie dargestellt.


Die Beziehung des Unternehmens zum Kunden verstehen

Unternehmern werden viele IT-Lösungen zur Digitalisierung des Unternehmens angeboten. Versprochen werden beispielsweise eine bessere Vernetzung der internen Prozesse, optimierte Nutzung der Unternehmensdaten, mobile Anwendung und kostengünstige Betriebskosten durch Cloud-Technologien. Oft stellt sich die Frage, was sich mit einer Investition in neue „digitale“ IT-Anwendungen im Verhältnis zum Status Quo – in dem die IT-Anwendungen und weitestgehend zufriedenstellend funktionieren und die Prozesse eingespielt sind – zum Positiven verändern wird. Zufriedenstellende Antworten auf diese Frage bleiben meist aus. Anders als in den letzten Jahrzehnten geht es gar  nicht mehr um schneller und mehr. Die IT ist nur noch das Medium zur Umsetzung. Der eigentliche Impuls für die digitale Transformation sind die Ideen für neue Möglichkeiten Geschäfte zu machen und dabei das Potenzial der IT umfassend zu nutzen.

Und wo liegt die Quelle für die neuen Geschäftsideen? Beim Geschäftspartner bzw. beim Kunden. Die Digitalisierung geht unweigerlich einher mit einer Kundenfokussierung. Bevor Unternehmen in die Digitalisierung ihrer internen Prozesse investieren, sollten sie ein klares Bild davon haben, wie sie zukünftig  ihre Kundenbeziehungen managen und prozessual abbilden wollen.
Das Verhalten der Kunden ist heute schon digital geprägt. Smartphones und Tablets sind Dreh- und Angelpunkt unseres Lebens: Bankgeschäfte, informieren, vergleichen, einkaufen, bezahlen, empfehlen, Daten austauschen, überwachen, steuern, orientieren, kommunizieren, bewerten, spielen, arbeiten, lernen,… Jeder von uns findet sich in diesen Aktivitäten mehr oder weniger wieder. Wie sehr hat Ihr Unternehmen diese Aktivitäten bei der Gestaltung der Prozesse und beim Design der Leistungen bislang berücksichtigt?
Es gibt auch eine Schattenseite des digitalen Lebens. Immer mehr Informationen, immer mehr Kommunikationskanäle, ständig erreichbar zu sein etc. bedeutet auch Stress. Unser Leben scheint immer komplizierter zu werden. Um alles müssen wir uns kümmern, über alles informieren und ständig Entscheidungen treffen. Alles was dazu führt, dem Kunden den Stress zu nehmen, Entscheidungen zu erleichtern, Übersicht zu behalten, Kontrolle auszuüben, ein Sicherheitsgefühl zu geben, das Leben zu vereinfachen und zu verschönern etc. bietet Chancen für neue Geschäfte – sowohl im B2C- als auch im B2B-Business. Während die Transparenz der Preise durch Online-Vergleiche auf die Margen von Produkten drückt, sind Kunden durchaus bereit, gutes Geld für Services auszugeben, die ihnen eine Verbesserung (Vereinfachung) ihrer Lebens- bzw. Unternehmenssituation ermöglichen.

Die Vision vom digitalen Unternehmen

Die Klärung der Kundenbeziehungen ist der Schlüssel für eine erfolgreiche digitale Transformation Ihres Unternehmens. Mit einer klaren Vorstellung (Vision) davon, wie zukünftig Kunden von ihrem Unternehmen profitieren sollen und wie Kunden mit Ihrem Unternehmen in Kontakt stehen sollen, um optimal von Ihren Leistungen profitieren zu können, können Sie abschätzen, wo in ihrem Unternehmen welche Veränderungen vorgenommen werden müssen.
Sie gewinnen eine ganzheitliche Sicht auf Ihr „digitales Unternehmen“ und können z.B. Anforderungen an die zukünftige IT-Infrastruktur formulieren und Qualifizierungsbedarf für Mitarbeiter ableiten. Schlussendlich sind Sie mit diesem Erkenntnisstand in der Lage, das Transformationsprojekt aufzuplanen.

Wie gelangt man geschickt zur „digitalen Vision“?

Wenn Sie sich mit Ihrem Unternehmen auf den Weg zur digitalen Transformation begeben wollen, ist es ratsam, frühzeitig externe Unterstützung hinzuzuziehen. Zum einen müssen Sie (und Ihre Mitarbeiter) gegen starke Verharrungskräfte arbeiten, zum anderen haben wir Menschen die Eigenart, uns gedanklich ständig im Kreise zu drehen. Ein externer Begleiter kann neue Reize setzen und Kreativität freisetzen. Da in einem Veränderungsprozess auch Reibungen entstehen, kann der externe Begleiter zudem als Mediator auftreten und schlichtend einwirken. Für externe Unterstützung spricht zudem, dass Know how ins Unternehmen eingebracht werden kann, das im Unternehmen (noch) nicht vorhanden ist.
Wen sollten Sie in die Entwicklung der „digitalen Vision“ einbinden? Nutzen Sie das Wissen und die Fähigkeiten Ihrer Mitarbeiter. Binden sie Mitarbeiter ein, die freiwillig mitwirken wollen. Vor allem kreative, ideenreiche sowie kritische Mitarbeiter sind für diesen Prozess bereichernd. Möglichst viele Unternehmensbereiche sollten vertreten sein. Die Geschäftsführung (sh. Teil 2 dieser Serie) und Top-Führungskräfte sind wichtig für die Akzeptanz der Vision im Unternehmen.

Bislang erschienene Posts in dieser Serie:

Der 4. Teil der Serie wird exemplarisch moderne „digitale“ Geschäftsmodelle vorstellen.

Montag, 4. Juli 2016

Vereinfachung – Einfache Entscheidungen erfreuen Kunden

Geht es Ihnen manchmal auch so, dass es Ihnen schwerfällt sich beim Kauf zu entscheiden? Ich rede gerade nicht von einem neuen Kleidungsstück oder einem neuen Paar Schuhe, für das ich mich nicht entscheiden kann. Nein, die Rede ist von einer größeren Anschaffung, wie z.B. einer neuen Waschmaschine oder eine neuen Matratze.


Kein Problem - wirklich?

Ja klar, die ersten Informationen lassen sich schnell und einfach im Internet sammeln. Einfach „Matratze“ in Google eingeben und schwupp 1,6 Millionen Einträge stehen zur Verfügung. Toll wie schnell man Anbieter und deren Produkte auch in Produktkategorien, mit denen man nicht so vertraut ist, auf dem Schirm hat. Vielfalt, die begeistert. Wow! Aber das geht nur bis zu einem bestimmten Punkt. Wenn Sie jetzt nämlich anfangen, die gefunden Produkte miteinander zu vergleichen, kann es je nach Hersteller und Produkt schon richtig kompliziert werden. Warum? Jeder Hersteller beschreibt seine Produkte auf seine Art und Weise und vernachlässigt dabei immer öfter, den Gebrauch einheitlicher, ja zum Teil branchenüblicher Begrifflichkeiten und nutzt stattdessen eigenen Wortkreationen. Die Folge: Sie unterliegen der Gefahr Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Und so langsam fängt es an kompliziert zu werden. Und Ihre Begeisterung erhält einen ersten Rückschlag. Gut, dass es Vergleichsportale oder Bewertungen gibt, denken Sie. Doch auch die machen es nicht immer leichter. Auf jeden Fall aber zeitintensiver.

Je nachdem wie engagiert und „leidfähig“ Sie sind, geht die Recherche weiter. Möchten Sie möglicherweise die in Frage kommenden Produkte anhand persönlich relevanter Kriterien selektieren, wird es dann noch komplizierter. Vielleicht fangen Sie jetzt sogar an, die erste Excel-Liste zu erstellen, in der Sie die in Frage kommenden Produkte eintragen. Eine „Diplomarbeit in Sachen Produkt XY“ wollten Sie eigentlich nicht schreiben. Doch irgendwie kommt es Ihnen mittlerweile so vor, dass das Ganze zu einem größeren Thema wird. Warum eigentlich?


Warum stellen Hersteller bzw. Anbieter ihre Produkte nicht so dar, dass es EINFACH ist das Angebot zu überblicken? Dass man schnell das Gefühl bekommt, hier bin ich richtig, die verstehen mich. Die wissen, was ich gerade suche und brauche. Die Wirklichkeit sieht bisher leider oft noch anders aus. Sie werden erschlagen von der Produktvielfalt, konfrontiert mit einem undurchsichtigen Angebotsdschungel. Und dann das ungute Gefühl, bei der Entscheidungsfindung nun doch von Verkäufer XY abhängig zu sein.


Wie es anders gehen kann, zeigt das Beispiel der Firma Casper
Wann haben Sie das letzte Mal eine Matratze gekauft? Sollte es nicht allzu lange her sein, wissen Sie wie aufwendig diese Kaufentscheidung werden kann. Dabei ist die Frage „Sind Sie Seiten-, Rücken- oder Bauchschläfer?“ noch die einfachste Frage. Wie angenehm ist es Ihnen, allein oder mit Ihrem/r Partner/in im Geschäft die Matratze auszuprobieren und sich dann nach wenigen Minuten entscheiden zu müssen? 


Casper macht das Leben einfach. Ganz einfach: Kein Probeliegen, sondern ein Modell, welches sich jedem Körper anpasst und in unterschiedlichen Größen bestellt werden kann. So einfach kann Matratzenkauf sein. 100 Tage Probeliegen. Geliefert wird in einer Vakuum-Verpackung, wodurch die Matratze in ein mittelgroßes Paket passt. Bei Nichtgefallen holt ein Bote die Matratze wieder ab und der Kunde bekommt den gesamten Kaufpreis wieder zurück. Es gibt 10 Jahre Garantie auf die Matratze.

Foto: Casper


Sollten Sie gerade denken, das geht nicht. Doch! Seit Januar 2014 ist das Start-up aus Berlin/New York am Markt und hat seitdem einen Hype losgetreten. Mittlerweile gibt es weitere Unternehmen, allein in Berlin gibt es 5 Start-ups (Emma, Eve Mattress, Bruno, Muun, Smood), die dieser Idee nacheifern. 

Während die Matratzen-Industrie zwar Verständnis dafür zeigt, dass Kunden sich beim Kauf von Matratzen aufgrund der zahlreichen Kriterien überfordert fühlen, und erst einmal Argumente gegen das neue Ein-Matratzen-Geschäftsmodell sammelt, machen sich die Start-ups weiter auf den Weg, ihre Kunden und deren Wünsche weiter zu erkunden. Dabei sieht sich Casper übrigens nicht als ein weiterer Matratzen-Lieferant sondern als „Schlaf-Unternehmen“, d.h. man will seinen Kunden Produkte rund ums Schlafen anbieten, Schlafen einen neuen Genuss einverleiben. Während der Rest der Branche die Zeichen der Zeit verschläft…


Aufwachen!
Kunden lieben Einfachheit. Gerade in Zeiten, wo alles komplexer wird. Wer es seinen Kunden nicht einfach macht, darf sich nicht wundern, wenn diese sich nach Alternativen umschauen. 


Wann haben Sie sich eigentlich das letzte Mal gefragt, wie und wo Sie das Leben Ihrer Kunden einfacher machen können? Ob der Bauchladen an Produkten und Services, wirklich für Ihre Kunden einen Vorteil darstellt? Ganz zu schweigen von dem Aufwand, den Sie betreiben müssen, um dies alles am Laufen zu halten? Daher meine Empfehlung: Mach’s einfach!

 

Freitag, 3. Juni 2016

Der erste Schritt für Unternehmer auf dem Weg in die digitale Transformation

Im ersten Teil der Serie habe ich dargelegt, dass sich die Zeit nicht zurückdrehen lässt. Die Digitalisierung schreitet immer weiter voran und erfasst weite Bereiche unseres Lebens. Experten sehen uns am Anfang einer gravierenden Umwälzung unseres sozialen Miteinanders und sprechen gar von einer digitalen Revolution. Jeder Unternehmer sollte sich damit auseinandersetzen, dass die unternehmerische Zukunft digital ist.

Viele Unternehmer sind unsicher, ob und wie sie die Digitalisierung ihres Unternehmens in Angriff nehmen sollen. Sie besuchen eine der unzähligen Veranstaltungen zur Digitalisierung, um zu verstehen, auf was zu achten ist und wie man es macht.

Die Digitalisierung wirkt sich im gesamten Unternehmen aus und hat unterschiedliche Gesichter. Stellt man sich das Unternehmen als ein Puzzle aus vielen Einzelteilen vor, so wirkt sich die digitale Transformation auf alle Puzzleteile aus – und das Puzzle funktioniert nur, wenn man alle Teile richtig miteinander verbindet. Die meisten Veranstaltungen zur Digitalisierung zeigen (je nach Akteur/Sponsor) aber nur für einen Teil des Unternehmens Antworten auf (in der Regel IT-Lösungen). Unternehmer sind nach den Veranstaltungen oftmals ernüchtert, da sie kaum eine Antwort auf die zentrale Frage bekommen haben: Was hat mein Unternehmen – in seiner Gesamtheit - mit der Digitalisierung zu tun?

Wichtig: Die digitale Transformation ist Chefsache!

Egal wie groß das Unternehmen ist und egal wie eingespannt man durch das Tagesgeschäft ist: Die (Verantwortung für die) digitale Transformation lässt sich nicht „nach unten“ oder zu einem Spezialisten delegieren!  Warum? Es ist jedes Puzzleteil des gesamten Unternehmens betroffen, jede Führungskraft, jeder Mitarbeiter. Ja sogar das Geschäftsmodell muss kritisch hinterfragt werden. Es gilt von Anfang an für das Unternehmen wichtige und richtige Entscheidungen zu treffen.


Vor der Veränderung muss man Digitalisierung verstehen


Geschäftsführung

Zunächst muss ich als Geschäftsführer bereit sein für die Veränderung und muss verstehen, was die Wirkmechanismen der Digitalisierung sind. Wenn ich das verstehe, dann kann ich auch verstehen, welche Auswirkung die Digitalisierung auf mein Unternehmen hat.

Die Zeit ist knapp, schnell muss es gehen. Aber auch gründlich. Mit einem Fachgespräch bzw. einem Expertencoaching erhält man eine erste Ahnung davon, wie die Digitalisierung unser Leben verändert. Man sollte über die technischen Aspekte genauso wie über digitalisierte, serviceorientierte Geschäftsmodelle und ihre Wechselwirkung zu den gesellschaftlichen Veränderungen sprechen. So erlangt man einen ersten Eindruck davon, welche Veränderungen auf das Unternehmen zukommen werden.

Die Digitalisierung wird in vielen Bereichen unseres Lebens ebenso wie im Unternehmen einen Bruch mit dem Gewohnten mit sich bringen. Als Geschäftsführer muss man für die digitale Transformation bereit sein, loszulassen und aus Gewohnheiten auszubrechen. Mit einem Coaching lassen sich Fragestellungen klären wie z.B.
  • wie finde ich mich persönlich mit den Veränderungen zurecht?
  • wie schaffe ich es in der Veränderung den Überblick zu behalten? oder
  • wie kann ich meine Führungskräfte und Mitarbeiter für die gravierenden Veränderungen gewinnen?


Führungskräfte

In einem zweiten Schritt sind die Führungskräfte einzubinden. Mit ihnen ist eine gemeinsame Haltung zur digitalen Transformation zu entwickeln. Mit einem Workshop lässt sich z.B. ein einheitliches Grundverständnis über die digitale Zukunft gewinnen und deren potenzielle Auswirkungen auf das Unternehmen  gemeinsam erarbeiten.

In einer Zukunftswerkstatt können die Führungskräfte gemeinsam ein Bild davon entwickeln, welche Bedeutung die Merkmale der Digitalisierung wie zum Beispiel Kundenfokussierung, Big Data, Transparenz, Teilen, Serviceorientierung zukünftig innerhalb des Unternehmens sowie in der Beziehung zur Außenwelt (z.B. Lieferanten, Kunden) einnehmen werden. Sie sollten dabei auch eine Vorstellung davon entwickeln, wie sich die Märkte und insbesondere die Kunden mit ihrem Verhalten, ihrem Bedarf sowie ihren Ansprüchen und Erwartungen verändern werden.

Weitere Informationen und Beispiele zu Methoden in dieser frühen Phase der digitalen Transformation finden sie hier.

Wenn in der Geschäftsführung und im Führungskreis die Erkenntnis gereift ist, wie das Unternehmen von der Digitalisierung betroffen sein wird, können die nächsten Schritte in Angriff genommen werden. Näheres hierzu folgt im 3. Teil dieser Serie.


Bislang erschienene Posts in dieser Serie:


Die Serie zum Aufbruch in die digitale Transformation wird fortgesetzt und behandelt folgende Fragestellungen:


Weitere Beiträge zur Digitalen Transformation in unserem Blog:


Freitag, 22. April 2016

Möbelkauf im digitalen Zeitalter: VR-Brille auf dem Vormarsch

Wann waren Sie das letzte Mal in einem Möbelgeschäft? Ich weiß nicht wie wohl Sie sich in diesen riesigen Möbelläden, die momentan zunehmend wie Pilze aus der Erde priesen, fühlen. Ich kann diesen Superläden auf jeden Fall nichts abgewinnen. Warum? Ganz einfach: Kaum im Laden fühle ich mich schnell verloren“. Nicht weil ich orientierungslos durchs Haus wandere. Selbst bei einer gezielten Suche, wie vor kurzem nach einem Bett, fühle ich mich nach wenigen Metern von der ausgestellten Vielfalt einfach nur erschlagen: Bett neben Bett. Der Versuch, eine Struktur und damit bessere Übersichtlichkeit anhand von Kategorien wie Polsterbett, Boxspringbett etc. zu schaffen, hat im Ergebnis nur dazu geführt, dass zu viele Produkte auf engem Raum nebeneinander stehen. Der Unterschied ist schwer auszumachen. Die Wirkung des einzelnen Möbelstücks geht dabei verloren. Von den Proportionen ganz zu schweigen. Und Begeisterung kommt da nicht auf...

Die persönliche Vorstellungsgabe des Kunden wird besonders stark gefordert, wenn die Frage nach der Größe und der Farbe im Raum steht. In diesem Ambiente erscheint selbst die größte Wohnlandschaft, die ideal für ein Loft wäre, kleiner und passend für ein normales Wohnzimmer. Bei der Auswahl der Holzarten kommt die nächste Herausforderung: Holzmuster in Größe von 10x10 oder 20x20 cm müssen reichen, um sich den Tisch, Schrank etc in einem anderen Holz vorzustellen. Bei den Stoffmustern sind einige Hersteller etwas großzügiger und stellen Muster in einer Größe von A4 oder A3 als Auswahl zur Verfügung. Selbst im hochpreisigen Möbelsegment sind die Muster der Hersteller nicht größer. Unter solchen Umständen macht Möbel kaufen für mich keinen Spaß.

VR-Brillen für mehr Durchblick beim Möbelkauf


Mit Hilfe von Virtual Reality- Brillen neue Erlebnisse beim Einkaufen schaffen - das ist die Idee, die IKEA seit Anfang April testet. Im ersten Schritt benötigen Kunden eine App, die sie vorher kostenfrei herunterladen müssen, um einen ersten Rundgang durch das Küchen-Angebot machen. Mittels der App kann man sich inmitten der maßstabsgetreuen Kücheneinrichtung frei bewegen und auch verschiedene Materialien für die Oberflächen auswählen oder Schubladen öffnen.




Virtuelle Küchenwelt bei IKEA, Bildquelle: IKEA
 
Die IKEA-App steht auf der Spielplattform Steam zur Verfügung und kann dort getestet werden. Wie IKEA mitgeteilt hat soll die App bis August 2016 final laufen können. Für Anregungen und Kritik unter Nutzung der Mail (VRDevelopment@IKEA.com) ist IKEA offen. Ein erster Schritt, der den Wunsch nach weiteren Möglichkeiten eröffnet: Wenn ich mich mit dem von mir präferierten Küchenmodell dann gleich in meiner eigenen Küche wiederfinde, dann wird die Sache perfekt. Und auch interessant für noch andere Bereiche: den Maler, den Sanitär- und Installationsbetrieb. Im Grunde überall dort, wo es einem schwerfällt sich in eine „neue, veränderte Umgebung“ hinzuversetzen.

Das Rennen um das neue Einkaufserlebnis hat bereits begonnen 

Media-Saturn erprobt in zwei Märkten VR-Headsets als Hilfe für die Küchenplanung. Auch in der Auto-Branche laufen Tests:  Potenzielle Kunden von Audi können sich direkt im Autohaus jede beliebige Pkw-Konfiguration in VR anschauen.

Meiner Meinung nach ist das erst der Anfang, der einigen vielleicht „verrückt“ vorkommen mag, doch in 2-3 Jahren, wird es für uns ganz normal sein mit Hilfe der VR-Brille in neue Wohnwelten abzutauchen. 


Was meinen Sie? Wo würden Sie gerne VR-Brillen einsetzen?

Montag, 18. April 2016

Jetzt ist die Zeit zu verhindern, dass Ihr Unternehmen den digitalen Anschluss verpasst

Nicht wenige Experten vergleichen die Digitalisierung mit der industriellen Revolution. Ende des 18. Jahrhunderts ging der initialisierende Funke u.a. von der Erfindung der industriellen Stahlproduktion aus. Das alleine hätte aber für eine Revolution nicht ausgereicht. Hinzu kam ein weit verbreiteter Erfindergeist, der auf der grundlegenden Erfindung aufbaute und sich die neue Errungenschaft zu eigen machte, um Neues zu erfinden. Erst die Nutzung des Stahls z.B. bei den Erfindungen in der maschinellen Industrieproduktion bzw. im Transportwesen (Eisenbahnbau) befeuerte die rasante Ausbreitung und veränderte das damalige Leben grundlegend. Soziale Reformen folgten.

Insofern lohnt es sich zu hinterfragen, wieso der Digitalisierung eine ähnliche Kraft zugesprochen wird, unser Leben grundlegend zu verändern. Was soll sich ändern? Wir haben doch schon alles. Bei genauer Betrachtung können wir feststellen, dass der digitale Stahl bereits vorhanden ist:  Die IT-Infrastruktur mit schnellen Rechnerleistungen, hohem Datenspeichervolumen, (sich in der Fläche immer weiter ausbreitenden) schnellen und leistungsfähigen Datennetzen und einer ausgeprägten Sammelleidenschaft für jedwede verfügbaren Informationen. Die IT-Branche tut das ihrige, um diese Infrastruktur mit Cloud-Technologien, Big Data etc. zu etablieren.

Doch das reicht noch nicht für eine Revolution. Das Vorhandensein der Infrastruktur ist zu wenig, um das Zusammenleben der Gesellschaft auf den Kopf zu stellen. Was jetzt noch fehlt, sind die vielen gesellschaftswirksamen Ideen. Wie kann man die omnipotenten Möglichkeiten der IT nutzen, um damit das Leben der Menschen einfacher, schöner, angenehmer etc. zu gestalten? Und für die Unternehmen ist zu klären, wie man mit diesen Ideen Geld verdienen kann (es fehlen die dazu passenden Geschäftsmodelle).

Traditionalisten werden zu Recht bemängeln, dass es doch schon fast alles gibt und es uns in unserer Gesellschaft im täglichen Leben doch an nichts mangelt. Der Unternehmer, der mit dieser Einstellung der digitalen Transformation unserer Gesellschaft begegnet, wird über kurz oder lang den Untergang seines Unternehmens erleben dürfen. Der österreichische Psychotherapeut und Philosoph Paul Watzlawick hat 1969 den Satz geprägt: "Man kann nicht nicht kommunizieren". Es scheint, als ob dies auch analog für die Digitalisierung gilt: Man kann sich der Digitalisierung nicht verschließen.

Immer mehr wird der Erfolg der Unternehmen davon abhängen, ob man es schafft, die bislang erfolgreiche Unternehmensstory um ein digitales Kapitel zu erweitern; d.h. ob man es schafft, das bislang Gute der bestehenden Geschäftstätigkeit mit den Möglichkeiten der Digitalisierung zu verknüpfen. Innovationen entstehen in der Regel nicht aus Neuerfindungen, sondern aus einer neuen Verknüpfung bereits bestehender Teile. Der Knackpunkt daran ist, dass die führenden Personen im Unternehmen bereit sein müssen, den eingeschlagenen Weg, mit dem das Unternehmen bislang Geld verdient hat, in Frage zu stellen. Die Geschäftsführung muss ggf. bereit sein, Bewährtes aufzugeben zugunsten einer neuen Geschäftsidee. Die Bereitschaft und die Fähigkeit, sich selbst in Frage zu stellen, sind die erfolgskritischen Faktoren unserer Zeit. Dazu bedarf es Persönlichkeiten, die bereit sind, die Komfortzone zu verlassen.

Es ist jetzt, wo die Wirtschaft gut läuft und die meisten Unternehmer keinen Anlass sehen, irgendetwas im Unternehmen zu verändern, der richtige Zeitpunkt, sich mit der Zukunft zu beschäftigen. Und die Zukunft ist digital!

Studien belegen immer wieder, dass die Digitalisierung in deutschen Unternehmen noch nicht wirklich angekommen sei. Die Wirtschaft sei beim Thema digitale Transformation zu träge. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Die IT-Branche bietet umfassende digitale Lösungen an, doch viele Unternehmen interessieren sich nicht für das vorhandene Angebot. Sie verstehen nicht, wozu sie die neue Informationstechnologie brauchen – schließlich läuft das Unternehmen mit der vorhandenen Infrastruktur gut. Weit verbreitet mangelt es an der Fähigkeit, die Fachkenntnis und das bestehende Geschäftsmodell auf einer Sinn- und Fachebene mit digitalen Elementen zu verknüpfen und darauf aufbauend, losgelöst von der IT-Infrastruktur, eine digitale Unternehmensstrategie zu entwickeln. Oft scheitert das Management daran, von selbst die Vorstellungskraft zu entwickeln, wie sich das Unternehmen digitale Optionen zu eigen machen und in der digitalen Geschäftswelt positioniert werden kann. Vor allem fehlt es an Kenntnissen und verlässlichen Projektionen, wie sich die Märkte und die Kunden sowie deren Bedarf in der digitalen Welt verändern werden.

Wie schafft man es, die Köpfe zu öffnen und sich auf etwas grundlegend Neues einzulassen? Aus sich heraus wird das ein schwerer, steiniger und sehr langer Weg, dessen Ende viele Unternehmen nicht erreichen werden (wer’s nicht glauben mag, der schaue sich an, mit welcher Marktmacht z.B. Amazon und Zalando aus dem Nichts etablierte Unternehmen verdrängen). Im digitalisierten Markt zählt aber neben der guten Geschäftsidee vor allem die Geschwindigkeit!

Nach dem römischen Dichter und Philosophen Lukrez "kann aus nichts nichts entstehen". Übertragen auf die digitale Transformation heißt das: Wenn im Unternehmen keine hinreichende Expertise zur Digitalisierung vorhanden ist (was in vielen Unternehmen der Fall sein dürfte), ist es beinahe unmöglich, alleine mit den vorhandenen Mitarbeiterressourcen erfolgreich den digitalen Wandel zu vollziehen. Hilfe finden Manager/Geschäftsführer außerhalb des Unternehmens. Mit externer Unterstützung kommt man schneller und zielstrebiger in einen Zustand, sich mit dem Status Quo sachlich kritisch auseinanderzusetzen (ohne dass z.B. aus persönlichen/politischen Gründen taktiert oder schöngeredet wird). Ebenso beschleunigt externes Wissen über Projektionen zur digitalen Gesellschaft, verändertes Kundenverhalten / Kundenfokussierung und zu modernen (digitalen) Business-Plänen den Lernprozess, um ein Verständnis über unser Leben in einer digitalen Gesellschaft zu erlangen. Das ist die Grundvoraussetzung, um darauf aufbauend eigene Geschäftsideen umzusetzen.

Ob fachliche Beratung, Coaching oder Workshop – die optimale Form der Unterstützung hängt von der Situation im Unternehmen und den handelnden Personen ab. Ziel im digitalen Erkenntnisprozess sollte es sein, dass Geschäftsführer / Manager zuerst Antworten auf folgende 3 Fragen finden:
  1. Was bedeutet Digitalisierung (für mein Unternehmen, unser Marktsegment,…)?
  2. Was wird sich durch die Digitalisierung bei meinen Kunden verändern?
  3. Mit welchen Dienstleistungen/Services (in Verbindung von bisherigem Geschäft und Digitalisierung) kann ich meinen Kunden das Leben vereinfachen, verbessern, erleichtern,…?
In Kürze folgende Blogbeiträge werden aufzeigen, was im Kontext der Digitalisierung hinter diesen vermeintlich "einfachen" Fragen steckt.